Teleradiologie nach RöV

Teleradiologie nach RöV

Teleradiologie bedeutet die bildgebende Untersuchung eines Menschen unter der Verantwortung eines fachkundigen Arztes (meist Radiologe), der sich nicht am Ort der Durchführung befindet. Der verantwortliche Radiologe steht dabei über eine elektronische Datenübertragungsstrecke (z.B. VPN Tunnel) direkt mit der anfordernden und durchführenden Stelle in Verbindung. Diese Form der Teleradiologie ist in § 3 Absatz 4 der Röntgenverordnung(RöV) definiert und wird auch als Teleradiologie nach RöV bezeichnet.

Die Teleradiologie nach RöV ermöglicht auch kleineren Kliniken, die z.B. Computertomografie (CT) anbieten, ohne dass immer ein fachkundiger Arzt vor Ort sein muss. Besonders im Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienst ergeben sich Vorteile.
Der Gesetzgeber hat jedoch langwierige Genehmigungsverfahren an den Einsatz von Teleradiologie nach RöV gestellt. 

Voraussetzungen
  • Eine entsprechende apparative Ausstattung muss vorhanden sein (Untersuchungsgerät und Teleradiologie-Einrichtung am Untersuchungsort sowie eine teleradiologische Empfangseinrichtung am Ort der Befundung). 
  • am Untersuchungsort muss eine Fachkraft sein, die das Gerät technisch bedienen kann. 
  • Es muss eine schnelle, stabile Leitung zur Übermittlung der Bilddaten vorhanden sein. 
  • Auf der Empfängerseite muss ein Radiologe sein, der die Bilder fachkundig beurteilt und seinen Befund zurückübermittelt. 
Durchführung

Vor der Untersuchung wird die Fragestellung und die Art der gewünschten Untersuchung übermittelt. Der Radiologe überprüft die rechtfertigende Indikation und legt das Untersuchungsprogramm fest. Die Untersuchung wird durchgeführt. Nach der Durchführung wird der Bilddatensatz an den Radiologen übermittelt. Der Radiologe sendet seinen Befund an die Anforderungsstelle zurück (per elektronischer Mail, Fax oder telefonischem Diktat, gelegentlich direkt per Telefongespräch mit dem anfordernden Kliniker.